Früher stapelten sich nach einer Stellenausschreibung die qualifizierten Bewerbungen auf dem Schreibtisch des Personalers, heute herrscht danach oftmals gähnende Leere im E-Mail-Postfach. Du willst dem Fachkräftemangel erfolgreich trotzen und passende Bewerber noch vor deiner Konkurrenz erreichen? Dann musst du jetzt aktiv werden, um neue Mitarbeiter zu gewinnen.

1. Veröffentliche deine Stellenanzeige und verbreite sie

Auch wenn du hier abhängig von den Anforderungen sehr unterschiedliche Erfolge erzielen wirst, gehört die klassische Stellenausschreibung einfach dazu. Das gilt vor allem bei Einstiegsjobs und mittleren Positionen, bei denen du keine konkreten Kandidaten persönlich ansprichst. Je besser und konkreter du den Ausschreibungstext formulierst, desto geeignetere Bewerbungen kannst du bekommen. Veröffentliche die Anzeige für neue Mitarbeiter mindestens auf deiner Firmenwebseite. Dort sehen sie Personen, die sich gezielt über eine Karriere in deinem Unternehmen informieren. Gleichzeitig kannst du den Link in sozialen Netzwerken, per E-Mail oder auf ähnlichen digitalen Kommunikationskanälen teilen. Probiere zudem aus, wo sich das Verbreiten deiner Anzeige noch lohnt. Vielleicht findest du neue Mitarbeiter über das Portal der Arbeitsagentur oder über andere digitale Jobbörsen. Du kannst deine Ausschreibung für neue Mitarbeiter auch als Werbung auf Facebook ausspielen. Beachte dabei, dass selbst Stellenausschreibungen heute zielgruppengerecht geplant werden müssen: Überleg dir, wen du erreichen möchtest und wo dies möglich ist. Wer Digitalstrategen über die kleine Lokalzeitung statt über digitale Branchendienste sucht, macht sich lächerlich.

2. Werde zum Headhunter – oder engagiere einen

Du willst nicht darauf warten, dass sich der richtige Kandidat bei dir meldet, sondern bevorzugst es, neue Mitarbeiter proaktiv zu suchen? Dann nimm dir am besten ein paar Stunden (oder Tage) Zeit und wühle dich durch Nutzerprofile auf professionellen sozialen Netzwerken wie XING und LinkedIn. Du weißt am besten, welche Qualifikationen der neue Mitarbeiter haben soll. Dann such dir geeignete Kandidaten und kontaktiere diese mit einer personalisierten Nachricht, die sie auf dein Jobangebot aufmerksam macht. Die Methode ist zwar extrem zeitaufwändig, aber dafür hast du über die Suchfunktion direkten Zugriff auf unzählige Profile. Wenn dir die Zeit fehlt und du einen Sack voll Geld rumstehen hast, engagierst du einen Personalvermittler, der auch auf sein persönliches Netzwerk aus beruflichen Kontakten zurückgreift. Wegen der hohen Kosten lohnt sich das vor allem bei der Suche nach heißbegehrten Führungskräften.

3. Besuche Recruiting-Veranstaltungen

Bevor es XING und LinkedIn gab, gingen Recruiter ständig zu Messen, Networking-Events, Kongressen, Weiterbildungen und ähnlichen Veranstaltungen. Hier triffst du die Leute, die sich im gesuchten Fachgebiet auskennen. Vielleicht ist da der passende neue Mitarbeiter dabei? Auch diese Methode ist extrem aufwändig und es gibt keine Garantie, dass sich der Aufwand lohnt. Allerdings sind persönlich aufgebaute Kontakte oft belastbarer und erfolgreicher als flüchtige Bekanntschaften, mit denen man über XING drei Nachrichten ausgetauscht hat. Selbst im digitalen Zeitalter finden sich also unter Umständen neue Mitarbeiter über den analogen Weg.

4. Frag deine Mitarbeiter nach Empfehlungen

Du suchst neue Mitarbeiter, die eine bestimmte Abteilung in deinem Unternehmen ergänzen? Dann höre dich doch mal unverbindlich bei deinen Mitarbeitern aus genau diesem Fachgebiet um und frage nach Empfehlungen. Hier geht es selbstverständlich nicht darum, dass deine Angestellten ihre besten Freunde als neue Mitarbeiter bei dir unterbringen. Aber möglicherweise kennen sie ehemalige Kollegen oder Kommilitonen, die gut auf die offene Stelle passen würden. Dabei kannst du gleichermaßen nach fachlichen Qualifikationen und menschlichen Faktoren fragen. Mitarbeiter, die länger bei dir beschäftigt sind, können meist gut einschätzen, ob ein Bekannter aus ihrem professionellen Umfeld zu deinem Unternehmen passen könnte. Von Vitamin B profitieren eben nicht nur Jobsuchende, sondern auch Arbeitgeber. Natürlich schickst du den Personen, die dir empfohlen werden, nicht einfach einen Arbeitsvertrag zu. Sie müssen bei Interesse deinen Recruiting-Prozess durchlaufen. So findest du selbst heraus, ob die Empfehlung tatsächlich passt oder nicht.

 

5. Mach dich mit Employer Branding zur Arbeitgebermarke

Die Königsdisziplin im Recruiting heißt heutzutage Employer Branding. Du machst dein Unternehmen dabei zu einer eigenen Arbeitgebermarke. Dazu musst du zunächst identifizieren, welche Eigenschaften und Werte dich als Arbeitgeber auszeichnen, welche Kultur in deinem Unternehmen herrscht und welcher Typ Mitarbeiter bei dir am besten aufgehoben ist. Formuliere dies so genau, einzigartig und aussagekräftig wie möglich. Auf diese Informationen baust du dann deine Kommunikation auf. Authentizität ist zwar ein total ausgeleierter Begriff, aber das macht ihn nicht weniger wichtig: Du hast auf Dauer nichts davon, wenn du dich als hippes Unternehmen darstellst, aber tatsächlich eher ein traditionelles, stabiles Arbeitsumfeld bietest. Stimmt die Darstellung nach außen nicht mit der Realität überein, schreckst du Bewerber und neue Mitarbeiter schnell wieder ab.

Ziel des Employer Brandings ist es, dass passende Fachkräfte von sich aus auf dein Unternehmen aufmerksam werden und sich eigeninitiativ bewerben. So musst du deine Zeit nicht mit vielen falsch- oder unterqualifizierten Bewerbern verschwenden, sondern ziehst automatisch die richtigen Kandidaten an. Gerade KMU mit begrenzten Werbebudget bietet das Employer Branding eine vergleichsweise günstige Möglichkeit, sich auf dem Arbeitgebermarkt zu positionieren und neue Mitarbeiter anzuziehen.

Die Methode hat noch einen richtig guten Nebeneffekt: Wenn du neue Mitarbeiter einstellst, die genau zu deinem Unternehmen passen und die sich bei dir auf Dauer wohlfühlen, werden sie lange erfolgreich bei dir arbeiten. So eine starke Bindung führt wiederrum dazu, dass du nicht ständig Stellen ausschreiben und neue Mitarbeiter suchen musst. Du beschäftigst also glückliche Kollegen und reduzierst gleichzeitig den Recruiting-Aufwand. Win-Win!

Fazit: So gewinnst Du neue Mitarbeiter

Neue Mitarbeiter für einzelne Stellen musst du individuell suchen: Du findest sie beispielsweise über persönliche Kontakte, über soziale Netzwerke oder auf Branchen-Veranstaltungen. Wenn du aber deinen Recruiting-Aufwand dauerhaft senken und Talente gezielt auf dich aufmerksam machen möchtest, dann bau dir ein überzeugendes und glaubwürdiges Employer Branding auf. Damit bewältigst du den Fachkräftemangel in deinem Unternehmen langfristig und findest immer wieder qualifizierte neue Mitarbeiter.

Bildquelle: rawpixel / 123RF Standard-Bild

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