Als Geldanlage werden ETFs immer beliebter. Und das nicht ohne Grund. Ihre handfesten Vorteile: Sie sind ganz einfach an der Börse handelbar und ihre Gebühren sind unschlagbar niedrig. Viele Experten empfehlen inzwischen Indexfonds allen, die zwar auf Aktien als Renditeturbo setzen möchten, aber das Risiko einzelner Papiere scheuen. Klingt das zu gut, um wahr zu sein? Und lässt sich mit ETFs tatsächlich ein Vermögen aufbauen?

Rendite ohne Risiko?

Als Geldanleger siehst du dich mit einer Herausforderung konfrontiert. Sie heißt: „Ohne Risiko keine Rendite“. Wenn also dein Portfolio Gewinn abwerfen soll, solltest du etwas wagen. Je mehr du riskierst, desto besser ist deine Rendite. Deinen Blick solltest du deshalb auf Aktien richten. Dass eine breite Streuung das Risiko minimiert, weiß inzwischen jeder, der sich mit der Anlage in Aktien beschäftigt. Deshalb gibt es Investmentfonds. Eine besondere Art dieser Investmentfonds sind die ETFs. Ein solcher Exchange-traded fund, so der Name, bildet einen Aktienindex nach. Statt etwa wie zum Beispiel beim Dax 30 einzelne Aktien zu kaufen, setzt du einfach auf einen Dax-ETF. Damit profitierst du von den Entwicklungen der Kurse aller Unternehmen, die im deutschen Leitindex gelistet sind.

Auf welchen Index du setzt, ist deine Sache. Magst du es klassisch, kommt auch der MSCI World für dich infrage. Dieser Weltaktienindex enthält Aktien von 1.600 Unternehmen. Spielend leicht kannst du damit in ganze Märkte investieren. Und profitierst so natürlich auch von der Entwicklung des entsprechenden Marktes.

Zurücklehnen und fertig?

Natürlich entspricht die Vorstellung, einmal zu investieren und dem Vermögen beim Wachsen zuzuschauen nicht ganz der Realität. Um deine Geldanlage mit ETFs attraktiv und renditestark zu gestalten, musst du ein wenig aktiv sein. Du musst die für dich passenden Indexfonds finden, sie kaufen, halten und gegebenenfalls auch wieder verkaufen. Hier kommt dir ein großer Vorteil dieser Fonds entgegen. Denn wie einzelne Aktien kannst du als Anleger ETFs zu jeder Zeit kaufen und wieder verkaufen. Damit behältst du eine hohe Flexibilität und bist nicht an definierte Zeiträume gebunden.

Dazu kommt eine sehr einfache Kostenstruktur, die selbst für Laien gut zu durchschauen ist. Pro Jahr kosten ETFs dich Gebühren zwischen etwa 0,2 und 0,5 Prozent. Das liegt an ihrer passiven Strategie. Sie werden nicht, wie etwa gewöhnliche Investmentfonds, von einem oder mehreren Fondsverwaltern gemanaged. Deshalb fallen auch Kosten beim Abschluss und bei der Verwaltung flach. In gemanagte Fonds müssen Papiere entsprechend der Lage am Mark umgeschichtet werden. Auch das kostet.

Physisch versus synthetisch?

Willst du Deinen Indexfonds verstehen, dann setze auf einen physischen ETF. Er kauft tatsächlich die Aktien, die im Index enthalten sind. Geht der ETF-Anbieter Pleite, kannst du diese Aktien noch immer zu Geld machen. Dieser Gedanke ist beruhigend. Ein synthetischer ETF dagegen beruht auf einem Tauschgeschäft: Er besitzt zwar auch bekannte Aktien, aber er bildet den entsprechenden Index nicht ab. Stattdessen sichert eine Bank die Wertentwicklung des Index zu. Das ist wenig intuitiv. Allerdings solltest du wissen, dass das Risiko bei beiden etwa gleich gering ist.

Bleibt die wohl wichtigste Frage: Auf welchen ETF solltest du setzen, wenn du nebenher ein Vermögen aufbauen möchtest: Welt- oder Europa oder vielleicht Euroraum? Der Spielraum bei deiner Entscheidung wird nicht kleiner, denn viele Anbieter kreieren inzwischen selbst Indizes.

Eine recht gute Strategie ist es, wenn du:

  • auf ETFs setzt, aus Aktien verschiedener Länder und Branchen besteht
  • Sparpläne von börsengehandelten ETFs bevorzugst
  • mit ETFs sparst, die ihre Dividenden wieder im Fondsvermögen anlegt, also thesaurieren

Übrigens: Ein ETF kann nicht besser als der Markt bzw. der Index abschneiden, den er repräsentiert. Von vielen Experten wird das berechtigt oft als ein Nachteil von ETFs ins Feld geführt. Damit hast du als Anleger mit ETFs zwar ein geringeres Risiko, aber deine Rendite ist letztendlich eben auch nicht exorbitant hoch. Aktiv gemanagte Fonds schaffen es allerdings auch selten, den Markt zu schlagen. Seriöse Studien über lange Zeiträume besagen, dass nur etwa zwei 2 Prozent von ihnen in der Performance deutlich besser waren als der Markt.

Bildquelle: 8vfanrf / 123RF Standard-Bild

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