Die 7 besten Methoden zur Ideenfindung

Kreativität brauchst du nicht nur, um den nächsten Bestseller zu schreiben oder im Winter 2018 den Sommerhit 2019 zu komponieren. Erfolgreich Ideen zu finden, hilft dir auch dabei, berufliche oder private Probleme zu lösen, mit deinem nächsten Projekt richtig durchzustarten und innovativ zu arbeiten. Um dein Gehirn anzuregen, findest du hier eine Sammlung erprobter Methoden zur Ideenfindung, die allein oder im Team, laut oder still durchgeführt werden können. Probier sie aus!

1. Zum Einstieg der Klassiker der Ideenfindung: Brainstorming, aber richtig

Du willst am Anfang der Phase zur Ideenfindung einen Überblick über dein Thema erhalten und möglichst viele Einfälle zu deinem Problem sammeln? Dann ist das Brainstorming ein optimaler erster Schritt – mehr aber auch nicht. Erwarte auf keinen Fall, dass du mit deinem Team ein paar Begriffe durcheinander brüllst und sich daraus wie von selbst die kreativste und coolste Idee aller Zeiten formt. Oft artet das Brainstorming in unproduktive Diskussionen aus oder die einzelnen Teilnehmer konzentrieren sich so sehr auf ihre eigenen Ideen, dass sie auf Einfälle der anderen nicht eingehen.

Konnte ich deine Erwartungen erfolgreich senken? Gut, dann schnapp dir jetzt ein entsprechendes Computer-Programm, ein Flipchart, eine Tafel oder einfach ein Stück Papier und leg los. Je geringer der Erwartungsdruck, desto besser die Ergebnisse. Wie die Methode funktioniert, weiß vermutlich jeder, der schon mal in irgendeinem Büro durch eine übertrieben lange Brainstroming-Sessions quälen musste. Kurz zusammengefasst: Beim Brainstorming werden alle Einfälle zu einem Thema unstrukturiert gesammelt. Jeder Anwesende kann und soll Ideen, Lösungsansätze und auch auf den ersten Blick abwegige Gedanken beitragen. Viel hilft hier viel. Damit Brainstorming funktioniert, benötigst du einen Moderator. Die Kritik oder Bewertung der Ideen anderer ist verboten.

2. Stell alles auf den Kopf (außer dich selbst)

Diese Kreativitätstechnik wird als Kopfstand-Methode bezeichnet. Aber keine Angst, sie eignet sich auch für unsportliche Typen. Ziel ist es, dein Problem aus einer komplett neuen Perspektive zu betrachten. Du manövrierst dein Gehirn aus der kreativen Sackgasse heraus und kannst bei der Ideenfindung neue Wege einschlagen. So hast du viel mehr und viel bessere Einfälle.

Die Methode ist denkbar einfach: Stell deine Frage oder dein Problem einfach auf den Kopf und sammle nun Lösungsansätze für dieses umgekehrte Problem. Nehmen wir mal an, du bist Chef einer Marketingabteilung und möchtest, dass Kunden ein neues Produkt kaufen, was überhaupt nicht zum bisherigen Sortiment passt. Deine Problemstellung nach Kopfstand-Methode könnte also lauten: Wie führe ich Produkt X auf dem Markt ein, damit niemand es kauft und sich meine bisherigen Kunden von meinem Unternehmen abwenden? Jetzt schreibst du allein oder mit deinem Team bei der Ideenfindung auf, wie sich dieses umgekehrte Problem theoretisch lösen ließe. Zum Beispiel indem du dem Produkt einen richtig eklig klingenden Namen gibst, indem du nichtsahnende Passanten auf der Straße damit beschmeißt und dann wegläufst, indem du betonst, dass dich dein restliches Sortiment nicht mehr interessiert und Produkt X absolut nix damit zu tun hat usw. Es darf dir und deinem Team ruhig Spaß machen, möglichst absurde Lösungen zu finden. Am Ende erhältst du hoffentlich eine richtig irre Liste mit vielen Vorschlägen. Jede Idee stellst du nun erneut auf den Kopf und formulierst ihr Gegenteil. Schau dir nun an, ob du Inspiration findest oder ob nicht sogar schon der ein oder andere realisierbare Lösungsansatz dabei ist.

3. Brainwalking: Lauf dich kreativ

Brainwalking ist inspiriert vom Brainstorming, kommt bei der Ideenfindung aber ganz ohne lautes Zwischenrufe aus. Stattdessen stellst du mehrere Flipcharts oder Tafeln an verschiedenen Orten auf. Alternativ kannst du auch einzelne Blätter Papier auslegen. Diese Dinge platzierst du an unterschiedlichen Stellen, beispielsweise in verschiedenen Räumen deines Unternehmens. Im Sommer könnt ihr auch raus gehen. Egal, Hauptsache du schaffst ein bisschen Platz, damit du und deine Mitstreiter zwischen den einzelnen Stationen nicht nur drei Schritte zurücklegen müsst. Du gibst ein Thema oder Problem vor und jeder Teilnehmer darf zuerst an einem Ort eine Idee notieren. Anschließend läuft jeder durcheinander zu einem anderen Ort seiner Wahl. Hier liest er sich die bereits notierte Idee durch und schreibt etwas dazu, was darauf aufbaut. So erhältst du viele ziemlich komplexe Lösungsansätze.

4. Ein Moodboard als visuelle Kreativitätsförderung

Nein, ich möchte nicht die Pinterestifizierung der Ideenfindung ausrufen. Aber so ein Moodboard kann hier durchaus helfen: Es stimuliert den Betrachter visuell, weshalb es besonders bei Design- und Kommunikationsproblemen beliebt ist. Auf deinem Moodboard ordnest Du Bilder, Farben, Materialien, Zeichnungen, Texte, einzelne Begriffe, Muster und/oder Fotos an, um den Look and Feel deines Themas optisch auszudrücken. Abstrakte Eigenschaften eines Produkts oder Themas wie Atmosphäre, Gefühl oder Stimmung lassen sich oft nur schwer in Worte fassen. Das Moodboard macht sie intuitiv greifbar. Am besten hängst du es über deinem Arbeitsplatz auf, damit du dir bei Zweifeln schnell Inspiration holen kannst.

5. Verbinde deine Ideen mit Mind-Mapping

Wenn du über verschiedene Techniken schon einige vielversprechende Ideen gesammelt hast, solltest du diese übersichtlich in einer Mind-Map organisieren. Alternativ kannst du diese Technik bei der Ideenfindung auch als Einstieg nutzen. Schreib einfach dein Thema oder deine Fragestellung in die Mitte. Drumherum sortierst du Ideen, Schlagwörter und ähnliches. Alles, was zusammengehört oder aufeinander aufbaut, verbindest du mit kleinen Strichen. Dabei entstehen oft Verbindungen, die vorher nicht offensichtlich waren.

6. Sei kreativ wie Walt Disney

Mir widerspricht vermutlich niemand, wenn ich sage, dass Walt Disney ein äußerst kreativer Mann war. Bester Grund also, um die nach ihm benannte Kreativitätstechnik auszuprobieren. Dabei wird eine Idee in einem Rollenspiel aus drei Perspektiven betrachtet. Teile dein Team daher in drei Gruppen auf: Die Träumer denken sich ohne Einschränkungen visionäre Ideen aus. Dann untersuchen die Realisten, ob sich diese umsetzen lassen und wenn ja in welchen Schritten. Abschließend prüfen die Kritiker neutral und konstruktiv, welche Vor- und Nachteile die einzelnen Ideen und Pläne haben und was sich verbessern ließe. So werden Ideen sofort auf ihre Praxistauglichkeit getestet und du erhältst gleich mehrere realisierbare Grobkonzepte.

7. Gönn dir eine Pause

Das klingt im ersten Moment kontraproduktiv, aber Pausen fördern die Kreativität. Hast du auch manchmal das Gefühl, dass dir die besten Ideen beim Duschen kommen? Das liegt daran, dass das Gehirn unterbewusst besser neue Verbindungen herstellt. Und kreative Ideen sind letztendlich nichts anderes als neue Verbindungen zwischen vorhandenen Informationen. Also geh spazieren. Räum deine Briefablage auf. Spiel ein bisschen mit dem Büro-Hund. Danach funktioniert die Ideenfindung mit hoher Wahrscheinlichkeit besser.

Fazit: So läuft die Ideenfindung fast wie von selbst

Du kannst nicht auf Knopfdruck kreativ sein? Doch. Genau dabei helfen dir diese Methoden. Was genau für dich und dein Team funktioniert, testest du am besten selbst. Nicht jede Methode eignet sich für alle. Die meisten Teams vereinen Mitglieder unterschiedlicher Persönlichkeitstypen. Da sitzt dann der eher introvertierte Mitarbeiter, der ungern laut dazwischenruft, neben dem extrovertierten Typen, der mit dem Dazwischenrufen gar nicht mehr aufhören kann. Bei der Ideenfindung lohnt es sich daher meist, mehrere Methoden zu nutzen, damit jeder zum Zug kommt. Verschiedene Maßnahmen sprechen zudem unterschiedliche Sinne an, wodurch du mehrere Inspirationsquellen erschließt. Genau wie deiner Kreativität sind deiner Arbeit mit verschiedenen Methoden zur Ideenfindung keine Grenzen gesetzt.

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