Der Fahrstuhl ist für Präsentationen zum mythischen Ort geworden: Die Türen öffnen sich und ein kleiner Angestellter mit einer großen Idee sieht sich unerwartet Auge in Auge seinem obersten aller oberen Chefs gegenüber. „Dies ist meine Chance“, denkt er sich. „Für die Dauer der Fahrt entkommt mir mein Chef nicht und ich kann ihn von meiner Idee überzeugen!“ In der Realität findet ein Elevator Pitch in den seltensten Fällen tatsächlich in einem Fahrstuhl (Elevator) statt. Stattdessen starrt die Mehrheit der Passagiere wohl eher unbehaglich auf die Etagen-Anzeige oder den Boden. Die Metapher bedient sich dieses fiktionalen Fahrstuhl-Szenarios, um eine besondere Form der Präsentation anschaulich darzustellen: Kurz, knackig und überzeugend soll sie sein.

Was ist ein Elevator Pitch?

Bei einem Elevator Pitch bringst du eine Idee in wenigen Sätzen genau auf den Punkt. In kürzester Zeit präsentierst du alle relevanten Informationen, die jemand zum Verständnis benötigt, wenn er noch nie von dir oder deiner Idee gehört hat. Dabei kommt es nicht nur auf die Fakten an, sondern auch darauf, eine emotionale Bindung aufzubauen und den Gesprächspartner zu begeistern. Ein Elevator Pitch zielt darauf ab, einen neuen Kontakt aufzubauen und soll dein Gegenüber ermutigen, einem Termin zuzustimmen oder dir seine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse zu geben. Wie bei der überraschenden Begegnung im Fahrstuhl musst du deinen Pitch stets parat haben und in der Lage sein, ihn ungeplant vorzutragen.

Der Elevator Pitch eignet sich zum Beispiel, um Geldgeber von deiner Startup-Idee zu überzeugen oder Mitstreiter für ein Projekt zu finden. Auch für die Selbstvermarktung ist er ein effektives Mittel. Für ein Bewerbungsgespräch kannst du ebenfalls einen Elevator Pitch zu deiner Person und deinen Qualifikationen vorbereiten. Wenn dich der Interviewer bittet, etwas über dich zu erzählen, hast du eine richtig gute Antwort parat.

Wie lang soll ein Elevator Pitch dauern?

Die Empfehlungen gehen hier relativ weit auseinander: 30, 60 und 90 Sekunden sind üblich, manche schlagen auch 120 Sekunden vor. Länger sollte deine Präsentation aber auf keinen Fall dauern. Selbst ein zweiminütiger Vortrag kann sich für dein Gegenüber endlos hinziehen, wenn du dein Thema nicht auf den Punkt bringst und unwichtige Details einbaust. Du kannst deine imaginäre Fahrstuhlfahrt also im Empire State Building unternehmen, wo die Fahrt vom 2. in den 80. Stock 60 Sekunden dauert, oder du stellst dir den Fahrstuhl in irgendeinem mittelmäßigen Kleinstadt-Hotel vor, der für fünf Etagen gefühlte 120 Sekunden braucht. Wichtig ist, dass du ein Zeitlimit festlegst, das du nicht überschreitest. Dadurch fällt es dir leichter, deinen Elevator Pitch zu strukturieren und überflüssige Infos zu streichen. Die Zeitbegrenzung zwingt dich dazu, dich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die Zeit bezieht sich natürlich auf dein normales Sprechtempo. Fang bloß nicht an, deinen Text runterzurasseln, um möglichst viele Infos in deinen selbstgewählten Zeitrahmen zu pressen.

Wie baue ich einen Elevator Pitch auf?

Stell dir deine Präsentation wie eine kleine Show vor. Nein, die Steppschuhe und das Glitzer-Jackett lässt du im Schrank. Am besten in der hintersten Ecke. Aber genau wie eine gute Show braucht dein Elevator Pitch eine überzeugende Dramaturgie, um deinen Gesprächspartner zu fesseln. Orientiere dich dabei an der folgenden Struktur:

  1. Kurzer, aufmerksamkeitsstarker Einstieg, der dein Gegenüber dazu bringt, dir zuhören zu wollen
  2. Kern der Idee zusammenfassen
  3. Gespräch führen

Dein Elevator Pitch muss die Neugier deines Gesprächspartners von Anfang an wecken. Dies gelingt dir beispielsweise mit einem unerwarteten Fakt oder einer Ja-Nein-Frage, die dein Gegenüber beantworten soll. Du kannst deine zentrale Idee in einem Satz formulieren oder ein Problem benennen, das deine Idee schließlich löst.

Hört dir die gewünschte Person zu, umreißt du deine Idee anschließend kurz und verständlich. Überlege dir dazu: Was muss dein Gesprächspartner beim Erstkontakt wirklich wissen, um die Grundzüge deines Anliegens zu verstehen und gleichzeitig neugierig zu werden? Welche Details kannst du dir für später aufheben? Auf gar keinen Fall solltest du hier deinen kompletten Businessplan oder dein Feinkonzept vortragen. Vermeide Floskeln wie „Mein Startup wird zuverlässig arbeiten.“ Das sollte selbstverständlich sein und gehört deshalb nicht in einen Elevator Pitch. Umständliche, hochgestochene Formulierungen sind ebenfalls tabu. Versuche dein Anliegen klar und ohne Schnörkel zu formulieren, sodass auch branchenfremde Investoren oder Förderer dich ohne Probleme verstehen.

Du bist unsicher, welche Informationen du aufnehmen sollst? Dann schreib dir zunächst alle Eigenschaften, Ziele und Methoden, die deine Idee einzigartig machen, brainstorming-mäßig auf. Sortiere sie anschließend nach Wichtigkeit und streiche die unten aufgelisteten heraus, sodass etwa fünf wirklich spannende Infos übrigbleiben. Diese ordnest du zu einem kleinen Text an, der deine Idee für deine Zielgruppe optimal auf den Punkt bringt. Nutze hier gerne Storytelling, um dein Gegenüber emotional anzusprechen.

Beendest du deinen Elevator Pitch, drehst du dich nicht einfach um und gehst. Im Idealfall hat dein Gesprächspartner Fragen, die du beantworten kannst. Versuche nach deinem Pitch ein Gespräch anzuregen.

Wie bereite ich mich auf einen Elevator Pitch vor?

Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen nach Schul-Streber, aber mach dir am besten ausführliche Notizen und erarbeite dir ein richtiges Konzept für den Elevator Pitch. Eine kleine Faktensammlung in ein paar Stichpunkten reicht in der Regel nicht. Dann weißt du zwar, welche Informationen du prinzipiell vermitteln willst. Aber spontan gelingt es nur ganz wenigen Kommunikationsgenies, diese gut zu strukturieren, sinnvoll aufeinander aufzubauen und gleichzeitig einer Dramaturgie zu folgen. Du willst schließlich einen kompetenten Eindruck hinterlassen. Wenn du deinen Elevator Pitch detailliert erarbeitest, bietet sich dir ein weiterer Vorteil: Du betrachtest dein Thema nicht nur aus deiner Perspektive, sondern auch aus der Perspektive deines potentiellen Gesprächspartners. So verstehst du deine Idee viel besser und findest du heraus, was deine Zielgruppe wissen möchte.

Genauso wichtig wie die Ausarbeitung deiner Präsentation ist es, sie intensiv zu proben. Nur wenn du sicher, authentisch und professionell auftrittst, überzeugst du andere. Du darfst dich weder ständig verhaspeln, noch so klingen, als würdest du deinen Text auswendig aufsagen wie ein Gedicht in der Schule. Übe deinen Elevator Pitch deshalb so viel wie möglich. Probe zunächst allein und trage ihn dann Freunden oder Verwandten vor, die die Zeit mit einer Stoppuhr messen. So wirst du sicherer. Hol dir Feedback zu deiner Präsentation von Vertrauten und Kollegen, die sich in deiner Branche oder deinem Fachgebiet auskennen (die dir aber nicht deine Ideen klauen). Dadurch kannst du deinen Pitch noch präziser und wirkungsvoller gestalten.

Besuchst du eine Networking-Veranstaltung, gehst du zu einer Messe oder hast du ein Bewerbungsgespräch, weißt du, dass du deinen Pitch üben musst. Nimm dir dafür genügend Zeit. Wichtig ist es gleichzeitig, dass du deine kleine Präsentation auch spontan in unerwarteten Situationen abrufen kannst. Dann stolperst du im entscheidenden Moment nicht über deine Worte, wenn du am Hotel-Buffet, am Telefon oder doch im Fahrstuhl jemand Relevantem begegnest.

Fazit: So wird der kurze Elevator Pitch zur großen Chance für deine Karriere

Wenn du mit einem überzeugenden und begeisternden Elevator Pitch die richtige Person ansprichst, kann sich der Verlauf deiner Karriere in 30 bis 120 Sekunden komplett ändern. Eine intensive Vorbereitung, ein knackiges Konzept und die Konzentration auf das Wesentliche zählen zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren deiner Kurzpräsentation. Ab jetzt solltest du jede wichtige berufliche Begegnung dafür nutzen – egal ob im Büro oder im Fahrstuhl.

Bildquelle: bobaa22 / 123RF Standard-Bild

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